Wappen der 'verbürgerlichten' Wizlawiden

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Die Gardvogteien Sâle/Saal und Bârd/Barth

Der Silberschatz von Prerow

Nicht nur die Küste der Insel Rügen wurde von fremden Kaufleuten im frühen Mittelalter aufgesucht, die uns ihre “Visitenkarten” u.a. in Form der Münzfunde von Arkona, Bergen und Ralswiek hinterlassen haben. Auch die damaligen Inseln Darß und Zingst waren entweder Anlaufpunkte für Händler oder diese erlitten dort Schiffbruch bzw. wurden ausgeraubt. Genaueres können wir nicht mehr sagen. Jedenfalls wurde bei Prerow dieser Schatz gefunden. Er besteht aus arabischen Silberdirhems der Zeit um 810 und zwei Armreifen aus Silber. Ein Teil der Münzen ist von den Ranen zerkleinert worden. Sie bezahlten also ihre Waren damals mit einer bestimmten Menge Hacksilber.

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Gardvogteien Saal, Barth und Tribsees (Nord)

Das Luftbild nebenan zeigt euch den Prerower Strom der einst Zingst und Darß von einander trennte. Heute ist die Verbindung zum offenen Meer verlandet, die zum Bodstedter Bodden jedoch weiterhin offen. Die spitze, ins Meer ragende Landzunge im Hintergrund ist der Darßer Ort. Und im Vordergrund seht ihr einen der wichtigen Orte des Mittelalters dieser Gegend: die Hertesburg. Deren fast kreisrunde Anlage war von einem Wassergraben umgeben, der auch heute noch zu einem großen Teil erhalten ist. Die Herkunft des Namens der Wallanlage ist noch nicht geklärt. Jedenfalls war diese Burg ein beliebter Aufenthaltsort der Slawenfürsten Rügens. Später, um 1400, versteckte sich dort Klaus Störtebeker mit seinen Getreuen.

Prerowstrom mit Hertesburg

Wie im Hochmittelalter allgemein üblich betrieben auch die Ranenfürsten ursprünglich eine wandernde Hofhaltung. Gerade Wizlaw III. war ein recht reisefreudiger Herrscher. Seine Urkunden sind in den verschiedenen Burgen und Städten des Fürstentums, aber auch außerhalb dessen Grenzen ausgestellt worden. Erst im letzten Jahrzehnt seiner Regierung wurden hauptsächlich Barth und die Hertesburg als Wohnorte von ihm bevorzugt. Man kann nur erahnen, wie es an diesem gastlichen, musikalischen und lebensfrohen Hof zugegangen sein muss! Minnesänger wie Heinrich von Meißen, genannt Frauenlob, oder der Goldener, die beide typisch höfische Lobgedichte auf ihren “Minnesängerkollegen” verfasst hatten, waren ganz sicher öfters oder für einen längeren Zeitraum anwesend. Auch viele namenlose fahrende Sänger wurden gastfreundlich aufgenommen. Dass sich der Fürst gerade zu einer Bevölkerungsgruppe hinzugezogen fühlte, die in der mittelalterlichen Ständeordnung als Außenseiter und als “unehrenhaft” galt, braucht bei all dem, was wir über Wizlaw erfahren haben, nicht zu verwundern, im Gegenteil! Ich würde es nicht für abwegig halten, dass Wizlaw auch Flüchtlingen und anderen Verfolgten eine Heimstatt gegeben haben könnte.

Für die Zeit vom 14. Juli bis zum 9. August 1325, also für vier Wochen, ist uns eine fürstliche Küchenrechnung von der Hertesburg erhalten geblieben. In ihr sind u.a. die Ausgaben für Schweine, Schafe, Rinder, Hühner, Eier, Milch, Käse, Kräuter, Zwiebeln, Salz und Senf verzeichnet worden. Ein Kuriosum ist, vorausgesetzt es liegt kein Schreib- oder Interpretationsfehler vor, dass neben anderen Gefäßen auch 900 Schüsseln neu angeschafft wurden. Das würde bedeuten, dass es sich um Geschirr für 1800 Personen handelte. Bekanntlich aßen im Mittelalter immer zwei (z.T. fremde) Personen aus einer Schüssel. Bei dieser Anzahl kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass nur ein geringer Teil der Gäste adlig war, der größte Teil also geistlich, bürgerlich oder bäuerlich. Anwesend waren u.a. ein Magister Johannes von Kamp aus Rostock und ein Magister Petrus aus Dänemark. Interessant zu wissen wäre, was Wizlaw mit den beiden Magistern besprochen hatte. Und noch ein Aspekt ist beachtenswert: Am 24. Mai des betreffenden Jahres verstarb sein einziger und lang ersehnter Sohn Jaromar, sodass mit dem Tod Wizlaws III. am 8. November 1325 auch das slawische Fürstenhaus von Rügen erlosch. Was bewog den leidgeprüften Fürsten zu diesem Fest? War es der Abschied von “seinem Volk”, wollte er persönlich nochmals vielen Menschen Gutes tun? Wurden etwa dabei seine Lieder und Sprüche durch die beiden Magister für die Nachwelt aufgezeichnet, denn auch der Herzog von Sachsen-Wittenberg (in Wittenberg ist die spätere Jenaer Liederhandschrift erstmals nachweisbar!) weilte auf der Hertesburg? Wir werden es wohl nie erfahren.

Über die fürstliche Hofhaltung erfahren wir einiges aus den Urkunden, besonders durch die darin erwähnten Zeugen. Sie bewegt sich in dem üblichen Maß für die Amtshandlungen eines Landesfürsten des 13./14. Jahrhunderts und war nicht von “Extravaganzen” geprägt. Es bezeugen folgende Personen Rechtshandlungen: Kaplan, Scholaris (Gab es um 1311 sogar eine Hofschule?), Notar, Marschall, Kämmerer, Truchsess, Schenk, Koch, Arzt, Münzner, Falkner, Fahnenträger, Waffenträger, Kastellan, Meier, Müller und Vogelfänger. Oft übte eine Person gleich mehrere Ämter aus. Bemerkenswert ist auch hier wiederum, dass offensichtlich auch Bauern als Zeugen auftraten und Amtshandlungen durchführten. Auch bei diesen Bediensteten der Fürsten waren Ranen und Deutsche bunt gemischt, wie zum Beispiel das Testament Wizlaws II. zeigt. 1307 belehnte Wizlaw seinen Arzt Henning Menzen und dessen Frau Eva mit einer Rente aus dem Dorf Slavekevitze auf Zudar. Vielleicht bezeugte der Fürst auf diese Weise jenem Arzt Dankbarkeit, der ihn nach der Messerattacke im Rigaer Dom wieder - so gut es ging - gesund gepflegt hatte. Die Belehnung, ursprünglich eine Rechtshandlung zwischen Adligen verschiedenen Rangs, wurde von Wizlaw nicht nur in diesem Fall auf Nichtadlige ausgedehnt.

Der mittelalterliche Stadtkern von Barth

Auf diesem Bild seht ihr im Blick von Süd nach Nord den mittelalterlichen Kern von Barth (Bârd, bârča = “Ort der Waldbienen”). Charakteristisch ist die ovale Anlage, die gut den Verlauf der ehemaligen Stadtmauer und Wallanlagen erkennen lässt. Alles überragend steht die Marienkirche seit Beginn des 14. Jahrhunderts. Wizlaw III. hatte ihren Bau gefördert. Links vor den weißen Hallen der Barther Werft findet ihr das Dammtor, eines der Stadttore. Der große zweiflügelige Renaissancebau genau dem Dammtor auf der Linie Marienkirche - Marktplatz gegenüber, ein ehemaliges Stift für adlige Fräulein, ist das Nachfolgegebäude des seit 1316 von Wizlaw oft genutzten Fürstenhofes. Die nordwestlich der Stadt gelegene Burg “novum castrum” mussten die Fürsten auf Wunsch der Bürger abreißen lassen, die Burg “antiquum castrum” im Süden blieb bestehen. 1225 wurde erstmals ein Burggraf von Barth erwähnt.

Weltenrichter, Gemälde in der Kirche St. Marien zu Barth

Dieses Foto stammt von Herrn Bernd Rickelt, der es dankenswerterweise zur Veröffentlichung frei gegeben hat. Für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung dieser Abbildung möchte ich mich bei Frau Pastorin Pilgrim (www.ev-kirche-barth.de) bedanken.
www.kirche-mv.de > Suche nach “Barth”

Das Gemälde des Jüngsten Gerichts am Gewölbe des südlichen Seitenschiffs von St. Marien aus der Zeit um 1400 enthält interessante Details, die einiges über das Selbstverständnis der damaligen Menschen aussagen.
Einige der Dargestellten, sowohl bei denen, die in den Himmel geführt werden, als auch bei den für die Hölle Bestimmtem, tragen die hohen kegelförmigen slawischen Mützen. Und selbst der Engel hat eine für die polabischen Slawen typische Haartracht, mit der Slawen z.B. in den Handschriften des Sachsenspiegel charakterisiert wurden.
Selbst fast 100 Jahre nach dem Ende des Fürstentums Rügen und nach dem Erlöschen ihrer Sprache haben sich wohl noch etliche Menschen im 15. Jahrhundert in ihrer Herkunft und Tradition als Rügenslawen empfunden. Das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sprache im einstigen Fürstentum Rügen hat so noch ein Jahrhundert später Spuren hinterlassen.

Das slawische “Land Barth” (provincia Barta) wurde bereits 1159 in Berichten über die Kämpfe mit den Dänen genannt. Die Stadt Barth selbst wurde seit 1200 planmäßig angelegt. 1232 erfolgte die Ersterwähnung des Ortes. Am 17. April 1255 übereignete Fürst Jaromar II. der Stadt Barth und allen ihren Bürgern das Stadtgebiet und die dazu gehörigen Feldmarken, “es frei, friedlich und unbedrückt nach lübischem Recht mit allen Nutzungen ewig zu besitzen”. Der Rat der Stadt wurde 1309 erstmals bezeugt und durfte die niedere Gerichtsbarkeit ausüben. Im gleichen Jahr wurde das Heiliggeisthospital genannt. So sehr Wizlaw III. “seine” Stadt auch förderte, so sehr zog er ihr aber auch Grenzen: Barth durfte sich nicht dem Wendischen Städtebund anschließen. Dies geschah mit Sicherheit aus der Angst davor, es könnte ein “zweites Stralsund” entstehen.

Eine slawische Siedlung vor dem östlichen, dem Wyker Tor (auf unserem Bild etwa die Häuser rechts hinter der Altstadt) gewann den Charakter einer Dienstsiedlung für den fürstlichen Hof und konnte sich aufgrund besonderer fürstlicher Privilegien bis ins 14. Jahrhundert hinein behaupten. So schenkte Wizlaw II. der Stadt Barth 1290 eine Wiese auf der damaligen Insel Zingst (Cynšt, von “zeno” = Heu), mit dem Vorbehalt “der den in Wyk bei Barth wohnenden Slawen daran zuständigen Gerechtsame”. Vermutlich hatten slawische Siedler aus der Umgebung von Barth das Gebiet zwischen Freesenbruch und Osterwald beweidet. Die gemeinschaftliche Nutzung der Allmende (“Dorfgemeinheiten”, z.B. Wiesen, die von allen Dorfbewohnern gemeinsam als Tierweide genutzt wurden) wurde oft in Urkunden betont oder sich daraus ergebende Streitfälle beigelegt. Die dichten Wälder auf dem Zingst und dem Darß waren zudem beliebte Jagdreviere des Fürsten und seines Gefolges. Könnte es vielleicht sogar passiert sein, dass sie bei einer Jagd plötzlich eine Lache mit einer öligen gelblichen Flüssigkeit entdeckten? Die Chronisten schweigen zwar dazu, aber Jahrhunderte später wurde auf dem Zingst äußerst hochwertiges, helles Erdöl erkundet und gefördert. Warum sollte es im Mittelalter dort nicht wie bei anderen Lagerstätten auch an die Oberfläche getreten sein? Der Sänger Goldener lässt in seinem Preisspruch auf Wizlaw anklingen, dass die Ritterfrauen in ihren Ehrenkranz für den “jungen Helden Wizlaw” Bänder wanden, die “in dâ durluhten mit hôhem farnîze”. Firnis wurde meist auf der Basis von Leinöl hergestellt, könnte jedoch in unserem Fall sogar aus einem solchen Erdölfund stammen, zumal Goldener diesen Firnis als so bemerkenswert fand. Und - wenn ich diese Geschichte noch etwas weiter spinne - so könnte auch die offensichtlich besondere Beziehung der Fürstenfamilie zu den slawischen Bauern bei Barth damit zusammenhängen, denn es ist nicht nur die oben genannte Schenkung überliefert. Auch in seinem Testament bedenkt Wizlaw II. ausdrücklich die Slawen aus den Dörfern Michaelsdorf, Bresewitz und Wieck auf dem Darß mit der Sicherung ihrer althergebrachten Freiheit.

Die bekannte Wallfahrtskirche in Kenz, südlich von Barth gelegen, beschreibe ich bewusst nicht, da sie einer späteren Zeit angehört, dem 15. Jahrhundert. Ein sehr interessantes Dorf, dem man seine slawische Herkunft im ersten Moment nicht ansehen würde, schließt sich im Süden an Kenz an und heißt Saatel. Es ist heute eines der “längsten” Orte in Mecklenburg-Vorpommern und erstreckt sich von den Häusern am Kenzer Bahnhof im Norden bis zum Stubbenhäger Holz im Süden über fast 5 km parallel zur Bahnlinie Velgast - Barth. Man könnte es für ein typisches niederdeutsches Straßendorf halten, aber Saatel war ein ranischer Weiler! Der südliche Ortsteil zwischen dem Wäldchen und der Bundesstraße 105 ist der eingemeindete Ort Stubbenhagen, tatsächlich ein Straßendorf aus der Ansiedlungszeit der Niederdeutschen. Daran schließen sich bis hinter dem Hügel “Kiekeberg” Gehöfte aus den 1920er-Jahren an, als das bankrotte Rittergut parzelliert wurde. Das Gleiche betrifft die Häuser bei Kenz. Der kleine Ortskern in der Senke zwischen Kiekeberg und Kenzer Anhöhe war das mittelalterliche Dorf Saatel (Zatel = “bei dem Tal”). Die slawischen Bauern hatten ihre Anwesen um die vier Teiche gruppiert, die ebenso wie der Bach in der Senke Trinkwasser für Mensch und Vieh spendeten. Westlich befindet sich eine große Weidefläche, die ebenfalls von dem Bach entwässert wird. Ihre Äcker werden die Ranen an den Hängen der Hügel, die zugleich guten Schutz boten, und auf der Freifläche im Osten gehabt haben. Am westlichen Ende des Weilers beschützte eine kleine Wasserburg, der Sitz eines Ritters, die Einwohner. Heute befindet sich an dieser Stelle ein verfallenes Gutshaus, das gegenwärtig restauriert wird.
Die Landschaft des auf dieser Seite gezeigten Holzschnitts hat eine erstaunliche Ähnlichkeit mit der Landschaft bei Saatel. Wenn ihr euch heutigen Baumbewuchs und heutige Häuser weg denkt und von dem kleinen Platz am noch erhaltenen östlichen Teich den Blick schweifen lasst, seht ihr links die Kenzer Anhöhe mit dem baumumsäumten Weg zur Wallfahrtskirche vom Zipker Bach aufsteigen und rechts den Kiekeberg. Auch geradeaus ist die Landschaft leicht hüglig. So könnte es gewesen sein: Wizlaw trifft sich heimlich mit Margarete im Gärtlein seines Freundes und Schildknappen Satko. Oder ist es gar Satko selbst mit seiner eigenen Geliebten? Das Schöne ist ja, dass ihr euch eure eigene Geschichte zu dieser Minneszene spinnen könnt...

Zeesenboote in Bodstedt
Tonnenabschlagen in Born

Auf dem Bild über dem Text seht ihr das “Tonnenabschlagen”, ein Volksfest auf dem Darß. Das eigentliche Fest geht auf die Zeit der schwedischen Besatzung zurück, aber es ist durchaus denkbar, dass bereits in der Slawenzeit derartige Bräuche gepflegt wurden. Es könnte eine bäuerliche Abwandlung der damals beliebten Ritterturniere gewesen sein.
Rechts ist das Stadt(teil)wappen von Damgarten abgebildet. Diese einstige rujanische Grenzstadt wurde 1950 mit dem mecklenburgischen Ribnitz vereint. Damgarten (Damgora, dąba gora = “Eichenberg”) wurde von Jaromar II. als Grenzbefestigung bei einer älteren Burg angelegt und erhielt von ihm 1258 das Stadtrecht. Ein Wehrturm trug den Namen “Jaromarsturm”. Auch ließ er laut Überlieferung sein Antlitz in das Wappen setzen.

Wappen der Stadt Damgarten

Wer seinen Urlaub schon einmal auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst verbracht hat, wird sie sicher gesehen haben, die Boote mit den rostbraunen Segeln. Vielleicht hat er sogar eine der legendären Zeesbootregatten auf dem Bodstedter Bodden miterlebt, denn die Orte um Fuhlendorf und Bodstedt sind das Eldorado des Zeesboots. Dieser Bootstyp ist ein Zeugnis des frühen slawischen Blankenbaues. Seine Konstruktion beruht auf einem Sohlkiel, im Gegensatz zu Flachboden- und Kielschiffen der Wikinger. Beim Fischfang wurde quer vor dem Wind gedriftet (“gezeest”). Das Fangnetz, die Zeese, gab dem Boot seinen Namen. Das Wort kommt aus dem Slawischen und bezeichnet sowohl ein Wehr als auch ein Zugnetz. Und noch etwas: Die Zeesenfischerei war eine besonders schonende Art des Fischfangs.

Mehrmals wurde schon von mir das so genannte Strandrecht zitiert. Es handelte sich um das bereits aus vorchristlicher Zeit stammende Recht, über die Güter von Schiffbrüchigen zu verfügen. Entweder durften das die in dem betreffenden Küstenabschnitt wohnenden Menschen oder es stand dem Landesherrn zu. Ende des 13., Anfang des 14. Jahrhunderts erfolgte endlich eine Vermenschlichung im Umgang mit den Gestrandeten. So forderte 1291 Wizlaw II. in einer Urkunde: “Das Strandrecht ist aufgehoben, vielmehr müssen die Scheiternden unterstützt werden!” und 1319 gelobte Wizlaw III. den Verzicht auf das ihm zustehende Strandrecht.

Mit Bodstedt und Fuhlendorf sind wir bereits in der Gardvogtei Saal angekommen. Der Vogteisitz gab auch dem Bodden seinen Namen, war aber zu jeder Zeit ein Dorf. 1296 verliehen Wizlaw II. und seine beiden Söhne der Dorfschaft Saal (Sale, Zalev = “Ort an der Bucht”) alles Land bis zu den angrenzenden Gemarkungen zu drei Hufen frei von jeder Nachmessung. Der Fürst “belehnte” also eine Gemeinschaft von Bauern. “Frei von jeglicher Nachmessung” bedeutete, dass auch in Zukunft die Dorfgemeinde keine Erhöhung der Abgabe befürchten musste, auch wenn die drei Hufen überschritten würden.

Bildnachweis:
“Der Silberschatz von Prerow”: Postkarte des Kulturhistorischen Museums Stralsund, 1982
Für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung dieser Abbildung möchte ich mich beim Kulturhistorischen Museum Stralsund (
www.stralsund.de > Freizeit/Kultur/Sport > Kulturhistorisches Museum) bedanken.
“Prerowstrom mit Hertesburg”: Abbildung aus der Internetpräsentation der Reederei Rasche
Für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung dieser Abbildung möchte ich mich bei Herrn Rasche von der Reederei Rasche (
www.fahrgastschiff-darss.de) bedanken.
“Der mittelalterliche Stadtkern von Barth”: Informationsbroschüre “Vinetastadt Barth”, S. 3, Barth 2005
Für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung dieser Abbildung möchte ich mich bei Frau Exler von der Barth-Information (
www.stadt-barth.de) bedanken.
“Weltenrichter, Gemälde in der Kirche St. Marien zu Barth”: Fotografie von Herrn Bernd Rickelt
Für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung dieser Abbildung möchte ich mich bei Frau Pastorin Pilgrim
(
www.ev-kirche-barth.de)  bedanken.
“Zeesenboote in Bodstedt”, “Tonnenabschlagen in Born”: “Wanderatlas Fischland - Darß”, S. 55 und 51, VEB Tourist Verlag Berlin Leipzig 1986
Nachfolgebetrieb und Urheberrechte unbekannt, erbitte Kontaktaufnahme des Urhebers wegen Klärung (siehe Impressum)

Die Quellen, auf die ich mich bei meiner Arbeit vorrangig gestützt habe (chronologisch geordnet):
1. Hagen, Fr. H. v. d. “Minnesinger, Deutsche Liederdichter des 12., 13. und 14. Jahrhunderts I - IV”, Leipzig 1838
2. Fabricius, C. G. ”Urkunden zur Geschichte des Fürstentums Rügen unter den eingeborenen Fürsten”, Stettin 1851
3. Dannenberg, H. ”Pommerns Münzen im Mittelalter”, Berlin 1864
4. Pyl, Th. “Lieder und Sprüche des Fürsten Wizlaw von Rügen”, Greifswald 1872
5. Dannenberg, H. ”Münzgeschichte Pommerns im Mittelalter”, Berlin 1893
6. Pyl, Th. ”Die Entwicklung des pommerschen Wappens, im Zusammenhang mit den pommerschen Landesteilungen”, in Pommersche Geschichtsdenkmäler VII, Greifswald 1894
7. Behm, O. “Beiträge zum Urkundenwesen der einheimischen Fürsten von Rügen”, Greifswald 1913
8. Gülzow, E. ”Des Fürsten Wizlaw von Rügen Minnelieder und Sprüche”, Greifswald 1922
9. Haas, A. ”Arkona im Jahre 1168”, Stettin 1925
10. Hamann, C. ”Die Beziehungen Rügens zu Dänemark von 1168 bis zum Aussterben der einheimischen rügischen Dynastie 1325”, Greifswald 1933
11. Scheil, U. “Genealogie der Fürsten von Rügen (1164 - 1325)”, Greifswald 1945
12. Rudolph, W. ”Die Insel Rügen”, Rostock 1954
13. Steffen, W. ”Kulturgeschichte von Rügen bis 1817”, Köln, Graz 1963
14. Vá
ňa, Z. ”Die Welt der alten Slawen”, Praha 1983
15. Gloede, G. ”Kirchen im Küstenwind - Band III”, Berlin 1984
16. Herrmann, J. (Hg.) ”Die Slawen in Deutschland - Ein Handbuch”, Berlin 1985
17. Spiewok, W. ”Wizlaw III. von Rügen, ein Dichter”, in: Almanach für Kunst und Kultur im Ostseebezirk, Nr. 8 (1985)
18. Spitschuh, B. ”Wizlaw von Rügen: eine Monografie”, Greifswald 1989
19. Lange, A. “Tausendjähriges Ralswiek”, Bergen 1990
20. Hages-Weißflog, E. “snel hel ghel scrygh ich dinen namen - Zu Wizlaws Umgang mit Minnesangtraditionen des 13. Jahrhunderts”, in: ”Lied im deutschen Mittelalter. Überlieferung, Typen, Gebrauch”, Tübingen 1996
21. Bleck, R. ”Untersuchungen zur sogenannten Spruchdichtung und zur Sprache des Fürsten Wizlaw III. von Rügen” GAG Folge 681, Göppingen 2000
22. Schmidt, I. ”Götter, Mythen und Bräuche von der Insel Rügen”, Rostock 2002
23. Jahn, L. ”Wizlaw III. von Rügen - Fürst und Minnesänger” und ”Wizlaws Liederbuch”, Hofgeismar 2003
24. Sobietzky, G. “Das Fürstentum Rügen und sein Geldwesen”, Stralsund 2005
25. Kratzke, Ch., Reimann, H., Ruchhöft, F. “Garz und Rugendahl auf Rügen im Mittelalter”, in: Baltische Studien, Neue Folge Band 90 (2004), Kiel 2005
26. Ruchhöft, F. “Die Burg am Kap Arkona” (Reihe: Archäologie in Mecklenburg-Vorpommern, Band 7), Schwerin 2010
27. Reimann, H., Ruchhöft, F., Willich, C. “Rügen im Mittelalter” (Reihe: Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa, Band 36), Stuttgart 2011
28. Ev. Kirchengemeinde St. Marien Bergen auf Rügen (Hg.) “Das bestickte Leinentuch aus dem Zisterzienserinnenkloster Bergen auf Rügen”, Bergen auf Rügen 2013

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