Wappen der 'verbürgerlichten' Wizlawiden
 
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Die Gardvogteien Zabrod/Schaprode, Pyazeke/Patzig, Kynsk/Gingst, Gardec/Garz und Rambîn/Rambin

Bis 2004 galt - sicher nicht nur - für mich die “unumstößliche Wahrheit”, dass es sich beim slawischen Burgwall des südrüganischen Städtchens Garz um die bei Saxo Grammaticus detailliert beschriebene Fürsten- und Tempelburg Charenza (Karentia/Karenz) handeln muss. Alle bisherigen Forscher gingen von dieser Annahme aus, die überlieferten Sagen und Märchen künden davon, seine erhabene Größe ließ keinen Zweifel daran zu. Doch es gab seit je Ungereimtheiten: Wie konnten die dänischen Eroberer 1168 bei den damaligen Reisegeschwindigkeiten an einem einzigen Tag, so die Überlieferung, von Arkona nach Garz und wieder zurück gelangen und “ganz nebenbei” noch die Kapitulation des Ranenkönigs und seines Gefolges entgegen nehmen, drei Tempel zerstören und drei Kirchhöfe weihen und 900 Menschen taufen? Warum befinden sich Gagern und Gingst, beides Orte der der fürstlichen Kapelle in Charenza gewährten Schenkungen und Hebungen, so weit von Garz entfernt? Wieso liegen zwischen der letztmaligen urkundlichen Nennung von Charenza 1237 und der ersten Wiedererwähnung von Garz in christlicher Zeit 1314 mehr als ein Dreivierteljahrhundert? Warum haben beide slawischen Ortsnamen völlig unterschiedliche Bedeutungen? Garz/Gardec ist von “Burg” abgeleitet, Charenza dagegen vom Personennamen Chareta (eine andere Deutung lautet “Korenice = Wurzel”).
Die WissenschaftlerInnen Doris Bulach M.A., Dr. Christine Kratzke, Dr. Heike Reimann, Dr. Fred Ruchhöft und Dr. Cornelia Willich vom Projekt ”Germania Slavica” beim Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas an der Universität Leipzig (GWZO) sind dieser Problematik auf den Grund gegangen und haben eine neue Theorie zur Historie der Fürstenburg Charenza und der Stadt Garz entwickelt: Es muss sich um zwei völlig verschiedene Orte handeln. Und sie sind auch bezüglich der Lage von Charenza fündig geworden. Im Norden Zentralrügens, dort wo die Gardvogteien Gingst, Patzig und Schaprode zusammentrafen, befindet sich der mächtige spätslawische Burgwall von Venz. Er liegt in sumpfigem Gelände und ist nach einer kurzen Ruderfahrt über den Bodden und einem ebenfalls kurzen Fußmarsch erreichbar, so wie es Saxo berichtete. Gingst und Gagern liegen nur wenige Kilometer entfernt und auch ein heute wüster Ort namens Gharense wird Anfang des 14. Jahrhunderts im Kirchspiel Gingst erwähnt. Eine der großen Fragen zur mittelalterlichen Geschichte Rügens ist somit gelöst worden. Im Band 90 (2004) der Neuen Folge “Baltische Studien - Pommersche Jahrbücher für Landesgeschichte”, S. 25 ff., stellt das Team vom Projekt ”Germania Slavica” seine Forschungsergebnisse vor (siehe auch Quellenverzeichnis unten). Außerdem finden sich im gleichen Artikel interessante Aspekte zur Garzer Stadtgeschichte. Die “Baltischen Studien” können über den Kieler Verlag Ludwig bezogen werden.
Vielen Dank für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung dieser neuen Erkenntnisse!

Da aber alle anderen bisherigen Publikationen, auch die von mir hier zitierten, von einer Gleichsetzung von Garz und Charenza ausgehen, werde ich beide Orte und den Charenza betreffenden Götterkult auf dieser Seite gemeinsam beschreiben.

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Gardvogteien Wittow, Jasmund, Schaprode, Patzig und Gingst (Nord)

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Gardvogteien Gingst (Süd), Bergen, Garz und Streu, Mönchgut

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Gardvogteien Rambin und Prohn (Nord), Hiddensee

Auf diesem Luftbild erkennt ihr den am Südwestende von Garz gelegenen besterhaltenen slawischen Burgwall Deutschlands. Der Garzer Wall hat eine ovale Form und ist ca. 200 m lang und ca. 140 m breit und hat eine Höhe bis zu 15 m. Ein Zugang befindet sich etwa in der Mitte der Westseite. Auf dem Garzer Wallberg wuchs über tausend Jahre lang ein Birnbaum. Von ihm werden wohl schon die Wizlawidenkinder und ihre bäuerlichen, bürgerlichen und adligen Freunde genascht haben. Im Eiswinter 1941/42 starb dieser Methusalem-Baum ab. Fast schon ein Menetekel: In einer Zeit, als sich die Verbrechen der Faschisten gerade auch gegen die slawischen Völker richteten, hatte dieser Baum keine Kraft mehr weiterzuleben.
Ähnlich wie in Arkona wurde auch hier eine Dienstsiedlung nachgewiesen: An der Straße nach Wendorf entdeckte man 1978 Reste von neun Rennöfen zur Eisengewinnung.

Der Burgwall von Garz (Gardec)

Abb. aus: Ingrid Schmidt ”Götter, Mythen und Bräuche von der Insel Rügen”, Hinstorff Verlag Rostock 2002, Abb. 30 (S. 145)

Siegel der Stadt Garz (Gardec)

Links seht ihr den Silikonkautschuk-Abdruck des mittelalterlichen Stadtsiegels von Garz/Gardec in Originalgröße. Das Siegel aus der Zeit um 1325 vermittelt euch einen guten Eindruck, wie die slawische Fürstenburg ausgesehen haben muss: Das Tor gastfreundlich geöffnet (den Ranen sagte man eine sehr große Gastfreundschaft nach), auf dem Bergfried weht das rüganische Banner mit dem durch Wizlaw III. verstärkt benutzten Greifenwappen. Der Name der ältesten Stadt der Insel Rügen leitet sich aus “Gardec” (Burg oder befestigter Ort) her. Die erste Garzer Burg wurde 1165 in der Knytlinga-Saga als “borgar Gardz” erwähnt und verfiel wohl bald darauf. Erst um 1300 ließ der Fürst auf dem über 100 Jahre ungenutzten Ringwall eine neue Burg sowie eine Marienkapelle errichten. Seit dieser Zeit entwickelte sich allmählig auch das Städtchen, das seinen dörflichen Charakter nie verlor, aus dem slawischen Dorf (slavico Gartz, Wentdorp), dem deutschen Dorf (teutunico Gartz, villa Ghartze) und der “neuen Stadt” Rugendahl (Ruyendal), die nach Garz verlegt wurde. Das Stadtrecht wurde von Rugendahl auf Garz übertragen. 1319 ist für Garz zum ersten Mal ein Rat mit eigener Gerichtsbarkeit bezeugt, während Rugendahl nicht mehr erwähnt wird.

Der Gott Rugievit

Abb. aus: Ingrid Schmidt ”Götter, Mythen und Bräuche von der Insel Rügen”, Hinstorff Verlag Rostock 2002, Einband vorn

Saxo Grammaticus beschrieb die Burg von Charenza, die nach neuester Forschung mit dem Burgwall von Venz bei Gingst identifiziert wird, folgendermaßen:  (zitiert aus: Ingrid Schmidt ”Götter, Mythen und Bräuche von der Insel Rügen”, Hinstorff Verlag Rostock 2002)

“’Die Burg Karentia ist ringsherum durch Moräste und Lachen ... geschützt und hat nur einen einzigen Zugang auf einer durch den Sumpf führenden schwierigen Furt. Hat man die Furt durchschritten, so bietet sich vor der Burg ein Bergpfad ..., der zum Tore führt; er liegt zwischen dem Sumpfe und dem Walle. ... Bemerkenswert war diese Siedlung durch die Bauten drei hervorragender Kulte, geschmückt in der landesüblichen Kunst. Hier hatte die Würde von Lokalgöttern fast ebensoviel Verehrung gewonnen, wie sie in Arkona die große Landesgottheit besaß. Aber wenn auch der Platz in Friedenszeiten leer war, so zeigte er sich jetzt mit dicht gedrängten Wohnhäusern gefüllt. Drei Stockwerke waren sie hoch, so daß das untere immer die Last des mittleren und obersten mittragen musste. Ja so eng war das Gedränge, daß, wenn mit Wurfmaschinen Steine in die Burg geschleudert wären, sie kaum eine nackte Bodenstelle zum Niederfallen gefunden hätten.’ (I. Schmidt, S. 41)
‘... Das größere Heiligtum lag in der Mitte seines Umgangs, aber beide (Heiligtum und Umgang) waren statt durch Wände durch Vorhänge abgeschlossen, das spitze Dach ruhte nur auf Säulen. Die Beauftragten konnten daher nach dem Herunterreißen des Vorhallenschmuckes gleich zu den Vorhängen des inneren Heiligtums greifen.
Als auch diese gefallen waren, zeigte sich das eicherne Götzenbild, das den Namen RUGIEVIT führte, von allen Seiten in ganz abscheulicher Entstellung. Denn von den Schwalben, die unter dem Rande des Kopfes ihre Nester gebaut hatten, war der Kot immerfort auf die Brust des Bildes heruntergeträufelt. Eine schöne Gottheit, deren Bild so greulich von den Vögeln geschändet wird! Im übrigen hatte der Kopf sieben menschliche Gesichter, die alle von einem Scheitel überdeckt wurden. Ebenso viele richtige Schwerter, in Scheiden an einem Gürtel hängend, hatte der Künstler an seine Seite getan. Das achte hielt er gezückt in seiner Rechten. ... Die Maße des Bildes gingen über Menschenmaß hinaus.’”
(I. Schmidt, S. 51)

Der Gott Porenut

Abb. aus: Ingrid Schmidt ”Götter, Mythen und Bräuche von der Insel Rügen”, Hinstorff Verlag Rostock 2002, Einband hinten

Rugievit, der Kriegsgott der Ranen, war schätzungsweise etwa 3 m hoch gewesen. Das Bildnis des Gottes Porevit, des Gottes des Waldes und der Fruchtbarkeit in der Natur, beschreibt Saxo als mit fünf Köpfen versehen. Das des Donnergottes Porenut zeigte vier Gesichter, während ein Fünftes in die Brust eingefügt war. Die Linke berührte die Stirn und die Rechte das Kinn des Brustgesichtes.
Die Einnahme der Burg durch das Heer Absalons erfolgte kampflos, nachdem die Dänen einen Ranen mit Namen Granza als Botschafter zu den Königen nach Charenza geschickt hatten, der den Fall Arkonas mitteilte. So wurde unnötiges Blutvergießen verhindert. Saxo schreibt: “’Die Karenzer kamen, um ihre Übergabe ansprechender zu gestalten, in Zahl von 6000 (?) bewaffnet aus dem Tore geströmt und nahmen in zwei Reihen, die Speerspitzen auf den Boden gespießt, Aufstellung an dem Wege, den unsere Leute (die Dänen) kommen mußten.’”
(I. Schmidt, S. 42) Die hohe Zahl Krieger lässt die Historiker schlussfolgern, dass damals etwa 30000 - 35000 Menschen auf der Insel lebten. Heute sind es rund 80000.

1234, kurz bevor die Burg Charenza aufgegeben wurde, verlieh dort Fürst Wizlaw I. der Stadt Stralsund das lübische Stadtrecht. Rechts seht ihr eine Abbildung der Originalurkunde. Leider fehlt auf dem Bild der linke Rand. Trotzdem ist lesbar: “Wissezslaus dei gra(tia) ruianor(um) princeps” (Wizlaw, von der Gnade Gottes Fürst der Rujanen). Am Anfang der dritten Zeile steht (s)tralowe, der slawische Name von Stralsund, und in der sechsten Zeile der Ausstellungsort “in charenz”.

Gründungsurkunde Stralsunds

Am Beispiel von Garz haben wir schon einiges über das Zusammenleben von Rügenslawen und Niederdeutschen erfahren. Aber auch weitere Ortsnamen belegen das: Die Verbundenheit der Zuwanderer mit ihrer neuen Heimat, deren Menschen und dem slawischen Fürstenhaus kommt im ursprünglichen Namen des Garzer Ortsteils Gützlaffshagen zum Ausdruck. Dieser lautete im Mittelalter Wislaweshagen, also Wizlawshagen. Die Endung “hagen” bezeichnet ein Hagenhufendorf, den Dorftyp der Niederdeutschen. Die Slawen bevorzugten Haufendörfer und Weiler. Teschenhagen (im Mittelalter: Tessekenhagen) im Norden der Gardvogtei Garz ist ebenfalls ein slawisch-deutscher Name, denn Teschen kommt vom slawischen Personennamen Tešek. Ein kleiner Weiler war auch einmal Samtens. Das verrät uns der Name des damals abseits aller Wege gelegenen Dorfes, denn Samtensce bedeutet “einsam”. Inzwischen haben Samtens, heute mit einer wichtigen Straßenkreuzung und einem Bahnhof mit Güterumschlag, und das westlich gelegene Rothenkirchen ihre Rollen vertauscht. Das heute abgelegene Rothenkirchen war nämlich im Mittelalter DER Verkehrsknoten der Insel Rügen. Hier teilte sich die vom Festland über die “alte Fähre” kommende Straße in drei Richtungen auf. Einer der “rüganischen Landwege” führte von hier über Gingst und Trent, die Wittower Fähre, Wiek und Altenkirchen nach Arkona. Ein zweiter Weg folgte über Bergen, Karow, die Schmale Heide, Sagard und Glowe, weiter über die Schaabe und Vitt ebenfalls nach Arkona. Der dritte Weg verlief schließlich über Garz, Kasnevitz, Vilmnitz und die Granitz ins Mönchgut, dem damaligen Land Reddevitz.

Mit Rothenkirchen sind wir inzwischen in den Nachbargard Rambin übergewechselt. Der Hauptort Rambin wurde schon 1246 als Rabyn erwähnt und, wie sein Name verrät, nach der Rodung eines Waldes angelegt. Weder krimineller Hintergrund noch Fahrlässigkeit, sondern gleichfalls menschliche Kulturarbeit dürfte auch bei Poseritz (Puserice = “Brandort”) vorliegen. Es handelt sich um eine Brandrodung bei der Anlage des Dorfes. Ein ganz wichtiger Ort in der Gardvogtei Rambin war zweifellos das heutige Altefähr, 1240 zum ersten Mal in einer Urkunde Wizlaws I. als “antiquus navalis transitus” erwähnt. Dieses Dorf  hatte von je her die Aufgabe, die Fährverbindung zum festländischen Teil des Fürstentums Rügen aufrecht zu erhalten. Somit waren seine Einwohner auch nur “nebenberuflich” mit der Landwirtschaft befasst.

Ein interessanter Aspekt der sozialen Zusammensetzung wird im bereits erwähnten fürstlichen Hebungsregister von 1314 genannt. Für die Gardvogtei Rambin werden darin 18 Knesitze erwähnt (für Patzig einen und für Streu fünf). Das slawische Wort “knes” oder “knež” bedeutet “Herr bzw. Edelmann”. Also würde Knesitz als Verkleinerungsform (“kleiner Herr”) einen slawischen Kleinadligen bezeichnen, der seine Äcker selbst bestellt, zugleich aber auch eine ritterliche Aufgabe zu erfüllen hat. Er wäre dann in der mittelalterlichen Ständepyramide zwischen Adel und Bauern anzusiedeln.

Die Gardvogteien Schaprode, Gingst und Patzig erwähnte ich bereits im Zusammenhang mit der Fürstenburg Charenza, die in vorchristlicher Zeit und noch in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts eine wichtige Landesfunktion inne hatte. Die Burg befand sich im “Dreiländereck” dieser Garde, mit Sicherheit jedoch noch auf Gingster Gebiet, da Gharense und auch Gagern zu dessen Kirchspiel gehörten und der Gingster Krug eine jährliche Abgabe an die fürstliche Kapelle entrichten musste. Hier folgen nun noch weitere interessante Details zu anderen Orten dieser drei Verwaltungsbezirke.

Die Dorfkirche von Schaprode

Schaprode (Zabrod = “bei der Furt”) ist einer der ältesten Orte der Insel und war schon immer der Fährort nach Hiddensee. 1160 und 1168 landeten hier die Dänen. 1259 wurde von hier aus sogar unter dem Schutz Jaromars II. das Interdikt gegen Dänemark durch den Roskilder Bischof Peter Bang verhängt. Nach der Niederlage der klerikalen Partei, die von Jaromar unterstützt wurde, flohen namhafte Geistliche wie der Erzbischof von Lund, Jakob Erlandsen, nach Schaprode. Die Kirche des Ortes ist die drittälteste der Insel (Anfang 13. Jh., Bild links). Der Probst als Vertreter des Bischofs von Roskilde auf der Insel Rügen hatte seinen Sitz in Ralswiek. Die von den Rüganern an den Bischof zu entrichtende Abgabe hieß “biskopinža” (Bischofsroggen), die an den Fürsten “bede” (Bitte).

In der Gardvogtei Patzig (Pyazeke, Pyask = “sandige Gegend”) liegt ein Dorf, dass auch auf ein gemeinsames ranisch-deutsches Zusammenleben hinweist: Neuenkirchen. Ähnlich wie Medove/Wiek hatte auch dieser Ort zwei Namen. Seit alters her hieß er Jamnove (”Grube, Schlucht”), 1318 wurde zum ersten Mal der mittelniederdeutsche Name “Nyenkerken” genannt. Als Gardvögte waren übrigens nicht nur Adlige sondern ebenso Bauern und Bürger tätig, abhängig davon, ob es sich um ländliche oder städtische Regionen handelte. Ich vermute, dass das Fürstentum Rügen auch in dieser Hinsicht eine Ausnahme darstellte. Die den Gardvögten unterstellten “Polizisten” hießen (je nachdem) Land- oder Strandreiter.

Die Dorfkirche von Landow

Mit der Gardvogtei Gingst (Kynsk = “gewachsener Ort”?) wurde im 13. Jahrhundert der einst eigenständige, aber sehr kleine Gard Ummanz (Omance) vereinigt. Das zum Gard Gingst gehörende Kirchspiel Landow (Landove = “wüstes Feld”) ist eines der Ersten auf der Insel gewesen (Bild links). In seiner unmittelbaren Nähe am Kubitzer Bodden, versteckt hinter der Insel Liebitz (Lipice = “Lindenort”), liegt Ralow (Ralove). Die dortige Burg der ranischen Adelsfamilie Raleke (oder Ralik) war im 12. Jahrhundert ein berüchtigtes Raubritternest, von dem sogar die Sage “Die Ralunken” kündet. Die Ralunken gerieten nachweislich in Konflikt mit Jaromar I. und waren auch 1316 mit ihren Knechten an dem gegen Wizlaw III. gerichteten Bund der rüganischen Ritter mit Stralsund beteiligt.

Bildnachweis:
“Der Burgwall von Garz (Gardec)”, “Der Gott Rugievit”, “Der Gott Porenut”: Ingrid Schmidt ”Götter, Mythen und Bräuche von der Insel Rügen”, Abb. 30 (S. 145), Einband vorn und hinten, Hinstorff Verlag Rostock 2002, ISBN 3-356-00720-3
Für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung dieser Abbildungen sowie der o.g. Zitate möchte ich mich bei Frau Maas, der Leiterin des Buchverlags Hinstorff Verlag GmbH (
www.hinstorff.de), bedanken.
“Siegel der Stadt Garz (Gardec)”: Privatbesitz, Abdruck des Siegelstempels durch das Ernst-Moritz-Arndt-Museum Garz
Für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung dieser Abbildung möchte ich mich bei Frau Knöpfel vom Ernst-Moritz-Arndt-Museum Garz (
www.stadt-garz-ruegen.de > Museum) bedanken.
“Gründungsurkunde Stralsunds”: Informationsbroschüre “Hansestadt Stralsund - Deutschlands jüngstes Welterbe”, S. 4, Tourismuszentrale der Hansestadt Stralsund 2003
Für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung dieser Abbildung möchte ich mich bei Herrn Dr. Hacker, dem Archivdirektor des Stadtarchivs Stralsund (
www.stralsund.de > Bildung/Wissenschaft > Stadtarchiv), und bei der Tourismuszentrale der Hansestadt Stralsund (www.stralsundtourismus.de) bedanken.
“Die Dorfkirche von Schaprode”, “Die Dorfkirche von Landow”: Informationsblatt des Landkreises Rügen “Denkmale auf Rügen und Hiddensee”, Abb. 21 und Abb. 14
Für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung dieser Abbildungen möchte ich mich bei Herrn Schwarz vom GrafikDesign Schwarz und Frau Dr. Thom vom Landkreis Rügen, Amt für Wirtschaft und Kultur (
www.kreis-rueg.de www.ruegen.de), bedanken.

Die Quellen, auf die ich mich bei meiner Arbeit vorrangig gestützt habe (chronologisch geordnet):
1. Hagen, Fr. H. v. d. “Minnesinger, Deutsche Liederdichter des 12., 13. und 14. Jahrhunderts I - IV”, Leipzig 1838
2. Fabricius, C. G. ”Urkunden zur Geschichte des Fürstentums Rügen unter den eingeborenen Fürsten”, Stettin 1851
3. Dannenberg, H. ”Pommerns Münzen im Mittelalter”, Berlin 1864
4. Pyl, Th. “Lieder und Sprüche des Fürsten Wizlaw von Rügen”, Greifswald 1872
5. Dannenberg, H. ”Münzgeschichte Pommerns im Mittelalter”, Berlin 1893
6. Pyl, Th. ”Die Entwicklung des pommerschen Wappens, im Zusammenhang mit den pommerschen Landesteilungen”, in Pommersche Geschichtsdenkmäler VII, Greifswald 1894
7. Behm, O. “Beiträge zum Urkundenwesen der einheimischen Fürsten von Rügen”, Greifswald 1913
8. Gülzow, E. ”Des Fürsten Wizlaw von Rügen Minnelieder und Sprüche”, Greifswald 1922
9. Haas, A. ”Arkona im Jahre 1168”, Stettin 1925
10. Hamann, C. ”Die Beziehungen Rügens zu Dänemark von 1168 bis zum Aussterben der einheimschen rügischen Dynastie 1325”, Greifswald 1933
11. Scheil, U. “Genealogie der Fürsten von Rügen (1164 - 1325)”, Greifswald 1945
12. Rudolph, W. ”Die Insel Rügen”, Rostock 1954
13. Steffen, W. ”Kulturgeschichte von Rügen bis 1817”, Köln, Graz 1963
14. Vá
ňa, Z. ”Die Welt der alten Slawen”, Praha 1983
15. Gloede, G. ”Kirchen im Küstenwind - Band III”, Berlin 1984
16. Hg. Herrmann, J. ”Die Slawen in Deutschland - Ein Handbuch”, Berlin 1985
17. Spiewok, W. ”Wizlaw III. von Rügen, ein Dichter”, in: Almanach für Kunst und Kultur im Ostseebezirk, Nr. 8 (1985)
18. Spitschuh, B. ”Wizlaw von Rügen: eine Monografie”, Greifswald 1989
19. Lange, A. “Tausendjähriges Ralswiek”, Bergen 1990
20. Hages-Weißflog, E. “snel hel ghel scrygh ich dinen namen - Zu Wizlaws Umgang mit Minnesangtraditionen des 13. Jahrhunderts”, in: ”Lied im deutschen Mittelalter. Überlieferung, Typen, Gebrauch”, Tübingen 1996
21. Bleck, R. ”Untersuchungen zur sogenannten Spruchdichtung und zur Sprache des Fürsten Wizlaw III. von Rügen” GAG Folge 681, Göppingen 2000
22. Schmidt, I. ”Götter, Mythen und Bräuche von der Insel Rügen”, Rostock 2002
23. Jahn, L. ”Wizlaw III. von Rügen - Fürst und Minnesänger” und ”Wizlaws Liederbuch”, Hofgeismar 2003
24. Sobietzky, G. “Das Fürstentum Rügen und sein Geldwesen”, Stralsund 2005
25. Kratzke, Ch., Reimann, H., Ruchhöft, F. “Garz und Rugendahl auf Rügen im Mittelalter”, in: Baltische Studien, Neue Folge Band 90 (2004), Kiel 2005

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