Wappen der 'verbürgerlichten' Wizlawiden




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Unbenannt54

2. Generation: die Kinder Jaromars I.

Barnuta
Lebenszeit: vor 1193 - 1236;
erste urkundliche Erwähnung: 1193;
Heirat: vor 1236 mit Slavomira aus einem unbekannten Geschlecht;
war 1218 - 1221 (Rücktritt) regierender Fürst;
begründete 1221 das Geschlecht derer von Gristow (1740 erloschen);
Beisetzungsort: unbekannt, vielleicht das Kloster Hilda (Eldena bei Greifswald)

Pybygnew (Pribygnew)
Lebenszeit: vor 1232 - nach 1232;
einzige urkundliche Erwähnung: 5. März 1232;
unverheiratet;
Beisetzungsort: unbekannt

Lucia
Lebenszeit: vor 1190 - nach 1209;
einzige urkundliche Erwähnung: 25. Dezember 1208;
Heirat: vor 1208 mit Herzog Władysław III. von Großpolen;
Beisetzungsort: unbekannt, vielleicht das Kloster Lubień

Zwentopolk
Lebenszeit: vor 1207 - nach 1207;
einzige urkundliche Erwähnung: 18. Februar 1207;
unverheiratet;
Beisetzungsort: unbekannt

Wizlaw I.
Lebenszeit: vor 1193 - 1255/56;
erste urkundliche Erwähnungen: 1193 mit Namen, 24. November 1221 als Fürst;
Heirat: vor 1225 mit Margareta aus einem unbekannten Geschlecht;
war 1221 - 1249 (Rücktritt) regierender Fürst;
stiftete am 8. November 1231 das Zisterzienserkloster Neuenkamp (heute Franzburg) und verlieh am 31. Oktober 1234 das Stadtrecht an Stralsund;
Beisetzungsort: Kloster Neuenkamp (Franzburg)

Hier seht ihr das Schildsiegel Wizlaws I., wobei der Titel auf der Umschrift nicht wie bei den Siegeln der anderen Fürsten PRINCEPS oder PRINCIPIS lautet, sondern nur DOMINI (Herr).

Siegel Wizlaws I.
Münzen Wizlaws I.

Auf den Brakteaten (Hohlpfennigen) Wizlaws I. wird erstmals durchgängig die (meist dreilatzige) Flagge als Symbol der Münzen der Rügenfürsten verwendet. Einige davon zeigen zudem Architekturelemente einer stilisierten Burg. Der Brakteat Nr. 53 ist eine Prägung seines Bruders Barnuta als dieser bereits von seiner Regentschaft zurückgetreten war und die Herrschaft Gristow begründet hatte. Den Hirschkopf wählte er zu seinem neuen Wappenzeichen.

Zu einer in letzter Zeit recht häufig zitierten Urkunde Wizlaws I. findet ihr Näheres auf der Seite über die Gardvogteien des südlichen rüganischen Festlands, etwa in der Mitte des Seitentextes.

Die Siegel- und Münzabbildungen habe ich entnommen aus:
Fabricius, C. G. ”Urkunden zur Geschichte des Fürstentums Rügen unter den eingeborenen Fürsten”, Stettin 1851 (Siegel)
Dannenberg, H. ”Münzgeschichte Pommerns im Mittelalter”, Berlin 1893 und 1896 (Münzen)

Die Quellen, auf die ich mich bei meiner Arbeit vorrangig gestützt habe (chronologisch geordnet):
1. Hagen, Fr. H. v. d. “Minnesinger, Deutsche Liederdichter des 12., 13. und 14. Jahrhunderts I - IV”, Leipzig 1838
2. Fabricius, C. G. ”Urkunden zur Geschichte des Fürstentums Rügen unter den eingeborenen Fürsten”, Stettin 1851
3. Dannenberg, H. ”Pommerns Münzen im Mittelalter”, Berlin 1864
4. Pyl, Th. “Lieder und Sprüche des Fürsten Wizlaw von Rügen”, Greifswald 1872
5. Dannenberg, H. ”Münzgeschichte Pommerns im Mittelalter”, Berlin 1893
6. Pyl, Th. ”Die Entwicklung des pommerschen Wappens, im Zusammenhang mit den pommerschen Landesteilungen”, in Pommersche Geschichtsdenkmäler VII, Greifswald 1894
7. Behm, O. “Beiträge zum Urkundenwesen der einheimischen Fürsten von Rügen”, Greifswald 1913
8. Gülzow, E. ”Des Fürsten Wizlaw von Rügen Minnelieder und Sprüche”, Greifswald 1922
9. Haas, A. ”Arkona im Jahre 1168”, Stettin 1925
10. Hamann, C. ”Die Beziehungen Rügens zu Dänemark von 1168 bis zum Aussterben der einheimschen rügischen Dynastie 1325”, Greifswald 1933
11. Scheil, U. “Genealogie der Fürsten von Rügen (1164 - 1325)”, Greifswald 1945
12. Rudolph, W. ”Die Insel Rügen”, Rostock 1954
13. Steffen, W. ”Kulturgeschichte von Rügen bis 1817”, Köln, Graz 1963
14. Vá
ňa, Z. ”Die Welt der alten Slawen”, Praha 1983
15. Gloede, G. ”Kirchen im Küstenwind - Band III”, Berlin 1984
16. Herrmann, J. (Hg.) ”Die Slawen in Deutschland - Ein Handbuch”, Berlin 1985
17. Spiewok, W. ”Wizlaw III. von Rügen, ein Dichter”, in: Almanach für Kunst und Kultur im Ostseebezirk, Nr. 8 (1985)
18. Spitschuh, B. ”Wizlaw von Rügen: eine Monografie”, Greifswald 1989
19. Lange, A. “Tausendjähriges Ralswiek”, Bergen 1990
20. Hages-Weißflog, E. “snel hel ghel scrygh ich dinen namen - Zu Wizlaws Umgang mit Minnesangtraditionen des 13. Jahrhunderts”, in: ”Lied im deutschen Mittelalter. Überlieferung, Typen, Gebrauch”, Tübingen 1996
21. Bleck, R. ”Untersuchungen zur sogenannten Spruchdichtung und zur Sprache des Fürsten Wizlaw III. von Rügen” GAG Folge 681, Göppingen 2000
22. Schmidt, I. ”Götter, Mythen und Bräuche von der Insel Rügen”, Rostock 2002
23. Jahn, L. ”Wizlaw III. von Rügen - Fürst und Minnesänger” und ”Wizlaws Liederbuch”, Hofgeismar 2003
24. Sobietzky, G. “Das Fürstentum Rügen und sein Geldwesen”, Stralsund 2005
25. Kratzke, Ch., Reimann, H., Ruchhöft, F. “Garz und Rugendahl auf Rügen im Mittelalter”, in: Baltische Studien, Neue Folge Band 90 (2004), Kiel 2005
26. Ruchhöft, F. “Die Burg am Kap Arkona” (Reihe: Archäologie in Mecklenburg-Vorpommern, Band 7), Schwerin 2010
27. Reimann, H., Ruchhöft, F., Willich, C. “Rügen im Mittelalter” (Reihe: Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa, Band 36), Stuttgart 2011
28. Ev. Kirchengemeinde St. Marien Bergen auf Rügen (Hg.) “Das bestickte Leinentuch aus dem Zisterzienserinnenkloster Bergen auf Rügen”, Bergen auf Rügen 2013

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